Manche Tage wollen nicht repariert werden

Von Tanja Golob
Manche Tage wollen nicht repariert werden

Inhaltsverzeichnis

Es gibt Tage, an denen alles etwas schwerer fällt.

Der Wecker klingelt und die Energie fehlt schon vor dem Aufstehen. Die Gedanken kommen langsamer in Gang. Selbst kleine Aufgaben wirken anstrengender als sonst.

Und fast automatisch taucht eine Bewertung auf:

Heute läuft es nicht.

Was ist nur los mit mir?

Ich bin gar nicht motiviert heute.

Warum schaffe ich heute nichts?

Mit mir stimmt irgendetwas nicht.

Es ist merkwürdig, wie schnell solche Tage gleich zum Problem werden.

Niemand wundert sich darüber, dass nach einem langen Sommer der Herbst kommt. Niemand erwartet von einem Baum, dass er das ganze Jahr über blüht.

Nur von uns selbst erwarten wir, dass wir unendlich Kraft haben.

Es scheint für uns oft schwer zu akzeptieren, dass es eben nicht so ist. Dass auch wir Zeiten haben, in denen weniger geht. In denen unser Körper nicht nach Leistung ruft, sondern nach Ruhe. Nach weniger Tempo. Nach weniger Druck. Nach etwas mehr Raum für uns.


media

Die Erwartung, immer Kraft zu haben

Vielleicht erfüllen solche Tage sogar eine Aufgabe.

Sie sind nicht einfach nur ein Hindernis, sondern ein Hinweis. Ein Zeichen, dass etwas in uns müde geworden ist. Dass etwas verarbeitet werden möchte. Dass unser Körper versucht, Kraft zu sammeln, bevor wir wieder weitergehen.

Denn nicht jeder Tag ist dafür da, etwas erreichen zu müssen.

Manche Tage sind einfach dafür da, wieder Kraft zu sammeln oder Erlebtes zu verarbeiten. Ohne besondere Erkenntnis. Ohne großen Sinn. Ohne eine To-do-Liste, die am Ende des Tages abgehakt wird.


Auch solche Tage gehören dazu


Und wir müssen nicht immer sofort versuchen, solche Tage zu verändern oder wegzuschieben.

Manchmal reicht es schon, sie anzunehmen.

So wie einen Regentag.

Auch er gehört dazu.

Und mal ehrlich:

Regen kann doch auch wunderschön sein.